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Der 35. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) mit dem Motto „Digitales trifft Reales“ stand auch im Zeichen von Herausforderungen wie etwa dem Fachkräftemangel. Besondere Aufmerksamkeit erreichte auf dem Kongress auch die Logistikimmobilienbranche.

Meet Up Runde auf dem 35. Deutschen Kongress in BerlinIm Rahmen eines interaktiven Diskussionsformats besprachen Branchenexperten auf Initiative des BVL Themenkreis Logistikimmobilien, Lösungsvorschläge zum Umgang mit Flächenknappheit, dem negativen Image der Branche sowie der Optimierung von Ansiedlungsprozessen. Der 2017 gegründete Themenkreis Logistikimmobilien verfolgt das Ziel, den Herausforderungen von Logistikimmobiliennutzern eine größere Sichtbarkeit bei den Mitgliedern der BVL zu verschaffen und das Ansiedlungsmanagement zu professionalisieren. Zugleich befasst sich der Themenkreis mit den neuesten Entwicklungen von Logistikimmobilien, um Lösungen für Herausforderungen wie Flächenknappheit zu finden.

An diesen Ausgangspunkt für die Diskussion knüpften auch die Ergebnisse der 3. Studie der Initiative Logistikimmobilien (Logix) zu den Flächen- und Beschäftigungspotentialen in den 23 Top-Logistikregionen an. Beide Bereiche sind durch eine starke Knappheit geprägt: Es gibt keine deutsche Logistikregion, in der gleichzeitig noch hohe Flächen- und Arbeitskräfteverfügbarkeiten vorhanden sind. Während diese Engpässe ansiedlungsinteressierte Logistikunternehmen und Wirtschaftsförderungen vor große Herausforderungen stellen, sind Kommunen mit der Zunahme öffentlicher Debatten zum Thema „Flächenfraß“ konfrontiert.

Wie lassen sich zukünftig Flächen für Ansiedlungsvorhaben gewinnen?

Für die Branche gilt es, die Diskrepanz zwischen der wachsenden Nachfrage nach Logistikflächen, bedingt durch eine zunehmende Urbanisierung und einen weiter steigenden E-Commerce, und dem gleichzeitigen Wunsch von Anwohnern nach einem geringeren Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung zu lösen. Einheitliche Zustimmung in der Diskussion erhielt der Vorschlag, Kommunen und Städten bei der Vergabe von Logistikflächen an begehrten Standorten nachhaltige Argumente für den Bürgerdialog zu liefern.

Die Konsequenzen alternativer Standorte aufzeigen

Die oftmals geforderte Ansiedlung eines Logistikunternehmens in das Umland anstatt den Ballungsraum, mit dem Ziel das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, stellt nur vordergründig eine Alternative dar. Denn durch die längeren Wege für einen KEP-Dienstleister oder zur Arbeit pendelnde Lagermitarbeiter, nimmt das Verkehrsaufkommen zu und die Emissionswerte steigen. Diese Perspektive gilt es offen zu kommunizieren.

Ökologische Mehrwerte durch Logistikimmobilien schaffen

Zusätzlich zu der Berücksichtigung einer attraktiven Fassadengestaltung bei Entwicklung, zum Beispiel durch Gründächer, lässt sich durch die Integration von Photovoltaik-Anlagen eine höhere Akzeptanz bei Kommunen und Bürgern erreichen. Durch die Schaffung entsprechender Standards wird ein ökologischer Betrieb unabhängig vom regionalen Stromnetz möglich. Mit Blick auf die zum Teil mangelhafte Daten-Infrastruktur insbesondere in ländlichen Gegenden, ließen sich außerdem Logistikimmobilien durch integrierte Funkmasten für den Breitbandausbau optimieren.

Dem Fachkräftemangel begegnen

Bereits heute bestehen im süddeutschen Raum, so die Ergebnisse der Logix-Studie, massive Probleme bei der Flächenverfügbarkeit sowie bei der Gewinnung von Arbeitskräften. Als Folge der insgesamt sinkenden Zahl verfügbarer Arbeitskräfte, ist die Branche gefordert Alternativen zu finden. Eine Möglichkeit betrifft die Automatisierung der Intralogistik. Dies ermöglichte ansiedlungsorientierten Logistikdienstleistern ihre Standortwahl unabhängiger von der bislang notwendigen Nähe zu arbeitskräftestarken Ballungszentren zu treffen.

Logistik basiert auf Konsens

Insgesamt gilt es für die Branche, den Dialog mit den verschiedenen Interessensparteien weiterzuführen. Dieses Ziel verfolgt auch der BVL Themenkreis Logistikimmobilien. Durch die Förderung des Dialogs zwischen Vertretern aus Logistik und Wirtschaftsförderungen sollen zugleich Ansiedlungsprozesse optimiert werden. Neben einer strukturierten Herangehensweise bei der Standortanfrage zählt dazu auch die Schaffung neuer Verantwortlichkeiten mit Beratungsfunktion für das Ansiedlungsverfahren.

 


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